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© Fränkische Nachrichten – 04.07.2003
Magischer Skulpturenwald
Ausstellung mit Werken von Rainer Englert im "Engel - Saal”
Tauberbischofsheim. Eine der eindrucksvollsten Kunstverein-Präsentationen der letzten Zeit ist gegenwärtig im Engelsaal zu bewundern: Plastiken, wie sie hier noch selten zu sehen waren - teilweise übermannshohe Arbeiten des Holzbildhauers Rainer Englert, die einem Besucher schon beim Betreten des Raumes einen Moment lang den Atem verschlagen können.
Sind diese oft einschüchternd gewaltigen Menschen-Skulpturen, diese hölzernen Hominiden afrikanischen, ozeanischen oder gar altgriechisch-frühklassischen Ursprungs? Klassische Strenge der Formgebung, urwüchsige Körperhaftigkeit und archaische Gebundenheit des Ausdrucks verbinden sich hier zu einer eigenen magischen Welt, die den Beschauer mit einer verwirrenden Vielfalt von Signalen und Botschaften konfrontiert.
"Ausdruck" und "Habitus", "Haltung" und "Idee" lauteten die Begriffe, mit denen Gunter Schmidt in seiner Vernissage-Einführung gemeinsame Merkmale der 17 hier ausgestellten Arbeiten (die insgesamt 35 Einzelskulpturen umfassen, dazu sechs kleinformatige Vorzeichnungen) des in Walldürn lebenden und arbeitenden Holzbildhauers zu umreißen suchte. Es handelt sich dabei sowohl um Einzelwerke wie Gruppen und Installationen mit Titeln wie "Adam", "Wächter", Nofretete" oder auch den "Freizeitindianer", eine farbig bemalte und aufgeputzte Skulptur, deren Monumentalität durch die Namensgebung und die damit verknüpften Assoziationen eine gewisse ironische Brechung erfährt.
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